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thoughtfull

March 2008

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My Muses

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blond

Morning Glory | BL FanFiction


Ich hatte Kopfschmerzen.
Es war kein wirklicher Kater, denn nach dem zweiten Glas Wein hatte ich genügend Bettschwere erreicht um traumlos schlafen zu können.
Was mir an diesem Morgen so zusetzte war die Beule an meiner Stirn, die obwohl sie kurz unter dem Haaransatz begann, mit ihrem bläulichen Schimmer wie ein Warndreieck kurz über meinem linken Auge prangte.
Egal, wie ich mein Haar auch kämmte und zurecht steckte, sie blieb sichtbar und nach ärgerlichen zwanzig Minuten vor dem Spiegel hatte ich es aufgegeben und mich entschlossen ins Büro zu fahren.Wie jeder guter Bostoner, nutzte ich die U-Bahn und verzichtete auf mein Auto. Parkplätze waren in der Stadt ein Luxus, den sich nicht mal Gutverdienende – zu denen ich mich zweifellos zählte – leisten wollten.
Außerdem hatte ich so die Gelegenheit mir bei meinem heißgeliebten Starbucks einen Tee, sowie einen Nupcake zu holen, die Zeitung zu lesen und einfach nur meinen Gedanken nachzuhängen.
Ich gehörte zu den Morgenmuffeln und brauchte morgens ungefähr eine Stunde um wirklich wach und ansprechbar zu sein. Auch wenn ich im Normalfall, so wie heute, zu den Mitarbeitern bei Crane Poole & Schmidt zählte, die immer vor allen anderen in ihrem Büro waren, so machte ich das keineswegs aus Gründen des socializing.
Und heute schon mal gar nicht. Der Spiegel mochte mich nicht, ich mochte mich noch viel weniger und über der Stadt hing eine dicke Wolkensuppe, die trotz der erst beginnenden Morgendämmerung auf nichts Gutes schließen ließ.
Wenigstens war Freitag, tröstete ich mich und schaltete das Licht in meinem Büro an.
„Cathrine!“ Ich zuckte zusammen und hätte fast meinen Tee über den gesamten Schreibtisch gekippt, als Shore mich von hinten fast ansprang.
Langsam wandte ich mich zu dem Anwalt um. „Alan, bitte, es ist noch nicht mal acht.“
„Gregory Chapman versucht seit über einer Stunde dich zu erreichen.“ Er hielt mir mein eigenes Handy unter die Nase und ich sah das schwarze Motorola wie das achte Weltwunder an. „Ich habe nicht gestern mein Telefon liegen lassen.“
„Nein, ich habe es ja mitgenommen.“ Er lächelte mir aufmunternd zu, als sein Blick plötzlich finster wurde und er mich unter das Licht des Deckenfluters schob. „Was ist das?“
Ich hatte selten diesen Tonfall an Alan Shore bemerkt und fand es jedes Mal verstörend, wenn ich diese Spur Wut in seiner Stimme wahrnahm.
Seine Augen waren auf die Beule an meiner Stirn gerichtet und besahen die Stelle mit einem gefährlichen Funkeln.
„Ich habe mir den Kopf gestoßen.“ Antwortete ich beiläufig, als sei es das Normalste der Welt.
Er würde die Geschichte nicht kaufen, das war deutlich in seinem Gesicht zu lesen und ich zuckte die Schultern, als sich unsere Blicke trafen. „Okay, er hat mich geschubst.“
Alan wollte etwas sagen doch, ich schnitt ihm das Wort ab. „Ende der tragischen Geschichte. Es ist nichts passiert, außer, dass mein Stolz verletzt ist.“ Beschwichtigte ich ihn.
„Cathrine!“ sagte er energisch.
„Sag nicht Cathrine zu mir, das hört sich an, als wenn mein Vater vor mir stehen würde!“
„Das sollte er auch! Wenn Denny das sieht...“
„Dann werde ich ihm sagen, dass ich gestern betrunken in der Badewanne ausgerutscht bin.“
Alan hob eine Augenbraue und sah mich angriffslustig an.
„Und du wirst auch nichts Gegenteiliges behaupten! Sonst...“
„Sonst was?“ fragte er unbeeindruckt.
„Gehe ich heute Abend nicht mit dir essen!“ Jaja, an dieser Stelle kam ich an dem Punkt, wo ich auf Unzurechnungsfähigkeit hätte plädieren müssen. Doch stattdessen reckte ich das Kinn in die Höhe und gab mich ganz über die Situation erhaben.
„Wir gehen heute Abend essen?“ fragte er überrascht.
„Wir wurden gestern unterbrochen.“ Verteidigte ich mich. „Es ist Freitag und so fern du noch nichts vor hast...“ in mir regte sich plötzlich Zweifel. Ganz bestimmt hatte Alan an einem Freitagabend etwas vor.
Er legte den Kopf schief und wirkte, als dächte er nach.
„Okay, du hast keine Zeit.“ Vermutete ich und ging hinter meinen Schreibtisch.
„Nein, das ist nicht das Problem.“ Alan kaute auf seiner Wange. „Ich bin erst ab zehn Uhr zu haben.“
Ich hob beide Hände. „Schon in Ordnung, ich will nicht, dass du dich wegen mir krummlegen musst. Wenn du etwas vor hast, dann ist nicht der Weltuntergang. Ich dachte, da gestern nicht ganz so traumhaft war, dass ich es wieder gut mache. Aber das geht auch ein anderes Mal. Nächste Woche oder..“
„Ich mache mir keine Umstände!“ sagte er plötzlich entschieden. „Ich kann aber nicht vor zehn Uhr!“
„Gut, zehn Uhr.“ Nickte ich.
Alan ging zu Tür. „Das ist ein Date Miss Crane. Keine Anwaltsklufft!“
Ich sah an mir herunter. „Ist an meinem Anzug etwas auszusetzen?“ Als ich den Kopf wieder hob, war Shore verschwunden.
„Date?“ fragte ich in den leeren Raum.

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